A Pfund aufd Händ

Also, eins sag ich Ihnen: In Cham ist einfach immer was los. Egal zu welchem Wetter, an welchem Wochentag, oder zu welcher Jahreszeit. Hier steppt der Bär – wie man so schön auf Neudeutsch sagt. Warum, fragen Sie? Oh mei, da gibt es tausend Antworten, die ich Ihnen nennen könnte. Heute zum Beispiel, da findet ein Osterschinkenschätzspiel beim Haberl statt. Genauer gesagt bei Lebensmittelpunkt Haberl – mitten in der Altstadt. Wissen Sie noch? Dort, wo es weit mehr als nur Wurst und Fleisch zu kaufen gibt. Na, jedenfalls muss ich da sofort hin und mitmachen. So was lass ich mir nicht entgehen. Blöd nur, dass ich den Opa Xaver nirgends abgeben kann. Mittlerweile ist er in unserer Nachbarschaft schon bekannt wie ein bunter Hund und jeder knallt uns die Tür vor der Nase zu, wenn wir auch nur in die Nähe ihres Hauses kommen. Aber, wen wunderts? Er ist halt auch manchmal unausstehlich. Besonders wenn er hungrig ist – da müssten Sie ihn mal erleben. Ein Graus, sag ich Ihnen. Ein Graus! Apropos Opa: Wo ist er denn eigentlich schon wieder? „Ooooopa!“

Ach da schau her, der steht mit seinem Rollator ja schon direkt neben der Autotür.
„So ist´s brav Opa! Wart, ich hilf dir einsteigen. Wir müssen uns nämlich beeilen, weißt? Nicht, dass wir zu spät kommen.“

„Du meine Güte, hier sind aber viele Leute! Auf geht’s Opa. Schnell, mir nach …!“
Jetzt muss ich mal sehen, wo dieser Schinken ist. Der muss doch zu sehen sein … sicher ist er riesengroß.
„Vorsicht! Ja, herschafft – jetzt passens doch a bisserl auf!“ Immer diese jungen Dinger. Quetschen sich einfach ohne Rücksicht auf Verluste durch die Menge. Unverschämt sowas, und was die erst anhat, beziehungsweise nicht an hat. Kurze Hosen! Und das bereits vor Ostern! Na ja, gut, dass ich das Mädel nur von hinten sehe, sonst würde ich womöglich noch mitbekommen, wie sie friert. Aber das stelle ich mir jetzt mal lieber nicht bildlich vor!
„Meine Güte, was hab i nur verbrocha! Jetzt geh scho Opa, schau, dast weitergehst.“
„Jetzt hetz mich doch ned so. I kann ja auch nix dafür. Zu meiner Zeit hamsno an Anstand kappt und de oidnLeitno an Platz gmacht!“
„Mei, es kann sich halt ned immer alles nur um dich drehen, Opa!“
„Ich hab doch von DIR gred und nedvo mir!“
„Von mir? Oh leck, jetzt wird er auch noch dement!“

„Da schau Opa, da vorn ist er ja!“
„Wer?“
„Na, der Schinken!“
„Wer ist denn der Herr Finken?“
„Ned der Herr Finken, sondern der S C H I N K E N!“
„Was ist denn das für ein blöder Name? Ist des a Preiß?“
„Nee, des glaub ich ned. Weißt, der Haberl legt größten Wert auf regionales Fleisch!“
„Was hat denn jetzt das Fleisch mit dem Preißn zum doa?“
„Also, a bisserl besser zuhörn musst fei scho! Host ghört?“
„Ha?“

„Jetzt wart mal. Ich glaub, ich muss erst mal dein Hörgerät kontrollieren … Hörst du mi jetzt besser?“
„Ha?“
„So a Mist. Ich glaub, jetzt san de Batterien leer. Des a no ...!“

„Da schau Opa – da liegt der Schinken! Was meinst denn du, was der wiegen wird? Und streng dich an – weißt, man kann einen Einkaufsgutschein gewinnen.“
Mei, jetzt schaut er ganz irritiert. Ich glaub, der sieht den Schinken gar nicht. Geht ja auch schlecht – in der gebückten Körperhaltung wegen dem Rollator und so weiter. Außerdem steht ja diese dumme Nuss von vorhin mit ihrer kurzen Hose vor ihm. Apropos, wo starrt denn der Opa jetzt hin? Der sieht ihr ja direkt auf den Po. Und jetzt nimmt er auch noch eine ihrer Pobacken in die Hand. Du lieber Himmel!
„Opa! Aus! Hörst du auf!“

„Warum? Ich soll doch den Schinken schätzen, oder ned? Oiso 400 Gramm glanga do nima. A guadsPfund, dad i song.”
Jetzt meldet sich auch noch die kurze Hose zu Wort: „Ja, sog amoi du oidaGrapscher. I glaub di hamanima lang!“

„Oh Gott, ist das peinlich! Des müssens jetzt schon entschuldigen, aber der Opa wollt doch nur am Schinkenschätzen teilnehmen und ….!“
„Und da fängt er probeweise gleich mal bei mir damit an, oder was?“
„Mei, er sieht halt nima so gut, wissens! Stimmts Opa?

„De hot fei ganz schee Holz vor da Hüttn. Musst du des Gwicht vom Brüsterl a wissen, Rosa?“
„Oh Gott, jetzt fall ich gleich in Onmacht! Schau Opa – D E N Schinken dort mein ich. Nicht den vor der Theke, sondern den dahinter …!“
„Was? Den da hinten? Und was hab i da davo?“
„Ja, an Einkaufsgutschein in Wert vo 100 Euro!“
„Ach was soll i denn damit? Geld hab i selber gnua – aber des Schätzspui – des gfpoitmasauguat!“
„Jetzt lass doch mal endlich die junge Frau geh und schau, dastnauskimst!“
„Ja guad, dann geh ich halt. Aber verstehen tu ich des jetzt nicht. Haben wir jetzt was gewonnen oder nicht?“
„Ja, wie denn Opa? Wenn du den falschen Schinken schätzt? Ha?“

„Zefix, is des a Kreiz mit dem Alten. Das nächste Mal kann mein Mann selber mit ihm in die Stadt fahren. Wer weiß, wen er noch alles angrapscht. Immerhin ist ja erst Frühling. Wenn diese jungen Dinger erst mal ihre Sommeroutfits rausholen, möchte ich nicht dabei sein!“


Metzgerei Haberl als Kulisse

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#5 system/modules/core/pages/PageRegular.php(190): Contao\FrontendTemplate->output(true)
#6 system/modules/core/controllers/FrontendIndex.php(285): Contao\PageRegular->generate(Object(Contao\PageModel), true)
#7 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#8 {main}

Dem Kammerherrn sei Dank

von Gabriele Kiesl  

Also Leut, jetzt muss ich euch kurz mal was erzählen. Wie ihr ja wisst, spiele ich doch jedes Jahr in Furth im Wald bei den Drachenstich Festspielen mit, gell? Ihr ahnt ja nicht, was mir da bei der letzten Aufführung passiert ist.

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Was für ein Theater!

von Gabriele Kiesl  

Jetzt stellen Sie sich mal vor – ich spiele jetzt Theater! Aber wenn Sie jetzt meinen, dass es sich dabei nur um eine windige Rolle in einem Kindertheater handelt, bei der ich lediglich als tattrige Großmutter oder so durchs Bild laufe, dann haben Sie sich getäuscht.

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Urlaubspost

von rmadmin  

So leid es mir tut, aber ich brauchte dringend mal ordentlich viel frische Luft und deshalb bin ich mit meiner Tochter Milka und ihrer Freundin ab zum Meer. Sollen meine Männer doch ruhig mal sehen, wie sie ohne mich zurechtkommen.

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A Pfund afd Händ

von rmadmin  

Also, eins sag ich Ihnen: In Cham ist einfach immer was los. Egal zu welchem Wetter, an welchem Wochentag, oder zu welcher Jahreszeit. Hier steppt der Bär – wie man so schön auf Neudeutsch sagt. Warum, fragen Sie?...

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Opa Xavers Aus-Reise

von Gabriele Kiesl  

Also, das gibt´s doch gar nicht! Kaum geht es meinem Alois endlich wieder besser, muss ich mich um den nächsten Kranken kümmern – und das, obwohl ich bei ihm gar keine Voodoo-Puppe benutzt habe.

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Bluadiga Voodoo

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Unzählige Krampusse, Perchten und Hexen trieben sich auf dem Platz herum und gruppierten sich um die BluadigeLuzier. Es war ein wahrhaftig schauriges Erlebnis, sag ich Ihnen. Ungeheuerliche Fratzen blickten mich an, eine schrecklicher wie die andere. Gruselige Geräusche paarten sich mit Nebelschwanden, die sich dicht am Erdboden breitmachten.

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Schwammerl und Leberkas

von Gabriele Kiesl  

Eigentlich wollte ich es meinem Mann wegen dem Schafkopfen letztens ja gehörig heimzahlen. Ich spielte mit dem Gedanken seine Modelleisenbahn-Landschaft zu fluten oder die Holzkugel-Sitzauflage für sein Auto zu verstecken...

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Wenn man nicht alles selber macht...

von Gabriele Kiesl  

Was ich heute gemacht habe? Na, Sie sind gut – sauber natürlich! Nein, nicht nur bei mir zu Hause. Wo denken Sie hin? Überall. Ich kann gar nicht anders. Schließlich bin ich eine Hausfrau vom alten Schlag und nicht so eine wie in dieser Frauchenwechseldich-Sendung aus dem Fernsehen. Die tauschen nicht die Frauen – sondern ihren Dreck. Vor allem aber ihre dreckige Wäsche, und damit mein ich keine Kleidungsstücke. 

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