Cham - Winterwunderstadt

Hach, ist das schön hier! Es war genau die richtige Idee von mir, mal wieder spazieren zu gehen. Früher, als wir ganz frisch verliebt waren, haben Alois und ich uns hier immer heimlich getroffen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Alois sich dabei immer gelangweilt hat, doch wenn ich ihm ein Busserl auf die Backe gedrückt habe, fand auch er es schön, am Regen spazieren zu gehen. Einige Zeit später, als wir verheiratet und ich schwanger war, fand ich diese Spaziergänge meist nur anstrengend – dafür hat es ihm mehr Spaß bereitet. Komisch – warum eigentlich? Egal, darüber denke ich jetzt mal lieber nicht nach, sonst komme ich wieder auf dumme Gedanken. Und dabei kommt ja meist nichts Gutes raus. Zumindest beim letzten Mal. Seit meiner Voodoo-Aktion ist mein lieber Mann … na nennen wir es mal so: bewegungsunfähig. Man könnte auch sagen, dass ihm immer noch sein Hintern brummt. Vielleicht habe ich es ja doch übertrieben mit dem Stricknadelstich in den Voodoo Esel. Na, jedenfalls ist es schade, dass Alois mich deshalb heute nicht begleiten kann.

Mal sehen, wo all die Enten und Schwäne sich tummeln. Bei dieser Eiseskälte tut ihnen ein bisschen Futter bestimmt gut. Jedenfalls bin ich für alle Eventualitäten, die einem bei so einem ausgiebigen Spaziergang passieren können, bestens gerüstet. Mit dabei habe ich: Brot für die Enten, Brotzeit und ein Flascherl Bier für mich und, falls ich mich warmhalten muss, einen Burgtor Geist. Den trinke ich natürlich normal nicht – aber man weiß ja nie. So ein Spaziergang kann ja auch Gefahren mit sich bringen. Stellen Sie sich mal vor, ich würde ins Wasser plumpsen. Spätestens dann bräuchte ich dringend ein Stamperl. Natürlich nur, um meine Körperwärme zu erhalten. Sie sehen also – ich bin wirklich gut gerüstet. Also, auf zu all dem hungrigen Gefieder …!.

Schön, wenn einem die Wintersonne so ins Gesicht scheint. Und erst die wunderbare Kulisse rund ums Biertor. Sehen Sie nur, wie wunderbar bunt sich die Häuser drüben am Ufer präsentieren! Fast schon italienischer Flair.

Und dann erst diese gute Luft! Klar und rein – so soll es sein. Wenn man bedenkt, dass zurzeit in Regensburg eine erhebliche Feinstaubbelastung gemessen wird. In Passau soll es sogar noch schlimmer sein. Erst vor Kurzem habe ich in einer Frauenzeitschrift gelesen, dass viele Todesfälle in China genau dieser dauerhaften Belastung zuzuschreiben sind. Nur gut, dass ich hier sicher lebe, denn wenn man unsere Chamer Luft einatmet – dann wird man bestimmt hundert Jahre alt.

Ah, da sind sie ja endlich. „Da kommts her! Putt, putt, putt …!“ Wie schön diese Viecherl doch sind. Na gut, die Schwäne sehen auf dem weißen Schnee fast a wenig dreckert aus. Aber in dem eisigen Wasser würde ich mich auch nicht baden wollen.

Wahnsinn, die sind vielleicht zutraulich. Fast schon zu zutraulich. Jetzt wartet halt, bis ich mein Brot auspacke. Vorsicht! Ja, sag mal, wo kommen die denn plötzlich alle her? Hört sofort auf, mich zu zwicken! Habt ihr mich verstanden? Aua.

Hilfe! Oh je, ist es hier glatt … ich glaube, ich kann mich nicht mehr halten.

Aaaaaahhhh …

Na, sauber! Jetzt brummt auch mir der Hintern. Dann passen ich und mein Alois ja wieder wunderbar zusammen. Da geh her, du Schwan. Jetzt kannst von mir aus auch das ganze Brot alleine futtern. Lachen muss ich auch noch!

Nur gut, dass mich mein Sohn nachher am Biertor abholt, dann kann ich mir wenigstens vorher noch einen Schluck Burgtor Geist genehmigen. Vorausgesetzt, ich kann hier jemals wieder von selbst aufstehen. Obwohl, wenn ich es mir so richtig überlege … die anderen bissfreudigen Federviecher, die ich bei meinem Aufprall verscheucht habe, kommen bestimmt auch bald wieder zurück, und Brot ist mittlerweile auch nicht mehr übrig. Was sagen Sie? Zur Not soll ich meine Brotzeit opfern? Na, soweit kommts noch!


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#7 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
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Dem Kammerherrn sei Dank

von Gabriele Kiesl  

Also Leut, jetzt muss ich euch kurz mal was erzählen. Wie ihr ja wisst, spiele ich doch jedes Jahr in Furth im Wald bei den Drachenstich Festspielen mit, gell? Ihr ahnt ja nicht, was mir da bei der letzten Aufführung passiert ist.

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Was für ein Theater!

von Gabriele Kiesl  

Jetzt stellen Sie sich mal vor – ich spiele jetzt Theater! Aber wenn Sie jetzt meinen, dass es sich dabei nur um eine windige Rolle in einem Kindertheater handelt, bei der ich lediglich als tattrige Großmutter oder so durchs Bild laufe, dann haben Sie sich getäuscht.

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Urlaubspost

von rmadmin  

So leid es mir tut, aber ich brauchte dringend mal ordentlich viel frische Luft und deshalb bin ich mit meiner Tochter Milka und ihrer Freundin ab zum Meer. Sollen meine Männer doch ruhig mal sehen, wie sie ohne mich zurechtkommen.

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A Pfund afd Händ

von rmadmin  

Also, eins sag ich Ihnen: In Cham ist einfach immer was los. Egal zu welchem Wetter, an welchem Wochentag, oder zu welcher Jahreszeit. Hier steppt der Bär – wie man so schön auf Neudeutsch sagt. Warum, fragen Sie?...

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Opa Xavers Aus-Reise

von Gabriele Kiesl  

Also, das gibt´s doch gar nicht! Kaum geht es meinem Alois endlich wieder besser, muss ich mich um den nächsten Kranken kümmern – und das, obwohl ich bei ihm gar keine Voodoo-Puppe benutzt habe.

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Bluadiga Voodoo

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Unzählige Krampusse, Perchten und Hexen trieben sich auf dem Platz herum und gruppierten sich um die BluadigeLuzier. Es war ein wahrhaftig schauriges Erlebnis, sag ich Ihnen. Ungeheuerliche Fratzen blickten mich an, eine schrecklicher wie die andere. Gruselige Geräusche paarten sich mit Nebelschwanden, die sich dicht am Erdboden breitmachten.

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Schwammerl und Leberkas

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Wenn man nicht alles selber macht...

von Gabriele Kiesl  

Was ich heute gemacht habe? Na, Sie sind gut – sauber natürlich! Nein, nicht nur bei mir zu Hause. Wo denken Sie hin? Überall. Ich kann gar nicht anders. Schließlich bin ich eine Hausfrau vom alten Schlag und nicht so eine wie in dieser Frauchenwechseldich-Sendung aus dem Fernsehen. Die tauschen nicht die Frauen – sondern ihren Dreck. Vor allem aber ihre dreckige Wäsche, und damit mein ich keine Kleidungsstücke. 

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